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Phantasiemarken, Schwindelausgaben, Inselpost
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Die Frage, wie man den Sammlern viel Geld aus
der Tasche ziehen kann, beschäftigt nicht nur die großen und kleinen
Postverwaltungen, sondern auch Betrüger und Spekulanten. Vor allem in den
sechziger Jahren, als durch Unabhängigkeitsbewegungen in Afrika und Asien
neue Länder entstanden oder entstehen wollten, hatten sie ihre große Chance.
Neue Länder haben gern so schnell wie möglich eigene Briefmarken, um damit ihre Hoheitsrechte zu "beweisen". Außerdem kann man bei Sammlern mit dem bedruckten Papier viel Geld verdienen, ohne (durch Postbeförderung) etwas leisten zu müssen. |
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| So verausgabte beispielsweise das Scheichtum
AJMAN (Adschman) in knapp 9 Jahren
(Mitte '64 bis Ende '72) fast 3.000 Briefmarken - Hauptnummern (dazu etliche
geschnittene Sätze) und 530 Blöcke !! Das ist rechnerisch je 1 Marke pro Tag
und 1 Block pro Woche ! Die Auflagenhöhe wird wohlweislich verschwiegen, nach den Mengen, die man heute (ca. 40 Jahre danach) noch findet, müssen es Millionen gewesen sein. Übrigens hatte das Emirat Ajman 1991 76.000 Einwohner, incl. Analphabeten. |
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Hier eine Aufstellung der Spekulationsausgaben ab 1963/64 - 1972 : |
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Emirat Marken (*) Blöcke Einwohner (**) Aden /State of Hadhramaut 243 38 365.000 Aden /Mahra State 161 18 Aden /State of Seiyun 163 12 Aden /State of Upper Yafa 94 16 Ajman 2.978 530 76.000 Ajman / Manama 1.255 240 Fujeira 1.542 207 63.000 Ras al Khaima 903 148 130.000 Sharjah 1.281 151 314.000 Sharjah /Khor Fakkan 226 21 Umm al Qiwain 1.704 95 27.000 Yemen Republik 1.217 164 12,5 Mill. (***) Yemen Königreich 1.014 205 Summe : 11.524 1.602
(*) nur Hauptnummern, (**) Stand 1991, Fischer Weltalmanach, (***) 62 % Analphabeten
| Die obigen Marken sind zwar alle offiziell,
aber : in diesem Gedränge fielen die illegalen Ausgaben der Exilregierung von
DHUFAR und
STATE OF OMAN gar nicht weiter auf. Marken aus diesen "Ländern"
sind aber ebenfalls zu den Phantasieausgaben zu zählen. Bitte nicht verwechseln mit den offiziellen Ausgaben des Sultanat of Oman ! In diesem Zusammenhang sollte man auch Marken von REDONDA erwähnen, die von der Postverwaltung der Karibikinseln Antigua & Barbuda in den Jahren 1979 - 1987 (42 Sätze) ausgegeben wurden. Die Insel REDONDA ist unbewohnt, die Marken sind also mangels Einwohner und Postamt nicht ver- wendungsfähig und auch nicht katalogisiert. |
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Im MICHEL-Katalog sind sie (bis auf Shanghai) nicht enthalten, bei SCOTT werden sie als Privatpostmarken geführt. Die Ausgaben erfolgten zwischen 1893 und 1897 und es gab sogar Ganzsachen. Der Bedarf der Bevölkerung wird längst nicht so groß gewesen sein, wie das Interesse von Geschäftemachern. |
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Briefmarken in ähnlicher Aufmachung von SEDANG, AMOY PROVISIONAL und AMOY - NINGPO - HONGKONG - SHANGHAI sind dagegen als Fälschungen oder Phantasieprodukte bekannt. Zuletzt sollten noch die Privatpostmarken erwähnt werden, die es von zahlreichen britischen Inselchen gibt (z. B. LUNDY). Sie werden von Fährleuten ausgegeben, welche die Post zum nächsten Postamt mitnehmen. Die Marken sind in England stillschweigend geduldet, natürlich nur, wenn der Brief auch "richtige" Briefmarken trägt. |
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2006 - ein
besonderer Cindarella-Jahrgang |
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| Ein Jahrgang der besonderen
"Güte" ist das Jahr 2006.
Über 11 Gebiete aus der Region der ehemaligen UDSSR haben scheinbar eine Unmenge von Marken mit Bienenmotiven heraus gegeben. Wenn man sich die Motive einmal anschaut ist sehr schnell erkennbar, dass alle Ausgaben aufgrund der Ähnlichkeiten offensichtlich aus der gleichen "Schmiede" kommen. Und auch im Jahr 2007 geht es munter mit diesen Reigen weiter ... Natürlich sind diese Länder in unserer Sidemap ebenfalls gelistet. |
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Mit freundlicher Genehmigung von Peter Dörling
[ Liste der Cindarella-Länder mit Bienenmarken ] [ Cindarelle-Liste der UPU ]
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